Best-Ager sind als Arbeitskräfte wertvolle Perlen für Unternehmen

Coaching-Wissen und Weisheiten mit einem Schuss HumorWenn es um Geldausgeben geht, dann wird die Generation +50 heftig umworben. Weil schlaue Marketer Ihre Zielgruppen mit Namen versorgen, haben sie ihrer grauhaarigen Zielgruppe den Namen Best-Ager, kurz „die im besten Alter verliehen“ und das ganz richtig. Leider sehen das viele Firmen anders. 50+ bedeutet auf dem Arbeitsmarkt Worst-Ager, also die im schlechtesten Alter. Liebe Unternehmen, das ist meiner Meinung nach ein grosser Fehler! Best-Ager sollten auf dem Arbeitsmarkt keine Bittsteller sein, sondern sind es wert, gesucht zu werden.

Der 50. Geburstag ist ein einschneidendes Erlebnis. Im Idealfall, weil damit eine grosse und lustige Geburtstagsparty mit Familie und Freunden verbunden ist. Vielen ist am Tag Ihres runden Geburtstages allerdings nicht klar, welche Bedeutung dieser sonst ganz normale Geburtstag in unserer Konsumgesellschaft hat. Mit 50 wird das Geburtstagskind automatisch zum Mitglied einer heftig umworben Zielgruppe, von vielen Firmen hofiert und mit Angeboten überschüttet. Wehe aber, das 50jährige Geburtstagskind hat keine Arbeit, dann wird es auf dem Arbeitsmarkt unsichtbar und vom Bieter zum Bittsteller.

Die goldene Seite ab 50

Der erste Satz für Best-Ager bei Wikipedia macht die Generation 50+ zu VIPs. Glamouröse Begriffe wie Generation Gold, Generation 50plus, Silver Ager, Golden Ager, Third Ager, Mid-Ager, Master Consumer, Mature Consumer, Senior Citizens oder „over 50s“ zeigen, dass sich weltweit vor allem jüngere Menschen viele Gedanken machen, wie sie Personen, die ihren 50. Geburtstag bereits hinter sich haben, betiteln sollen. Diese Begriffe sind nicht uneigennützig entstanden, sondern aus der Erkenntnis, dass Best Ager im Durchschnitt über relativ hohe Einkommen verfügen. Die jüngeren Namenserfinder sind schlaue Marketingleute, die die Produkte ihrer Unternehmen an die Frau und den Mann bringen wollen und erkannt haben, dass durchaus gutgemeinte Aussagen wie „auch für ältere Menschen geeignet“ sich als effektive Verkaufsbremsen entpuppten.

Bis in die 90er Jahre wurden die Generation der über 50 Jährigen von der Marketingszene sträflich vernachlässigt und als alt abgetan. Der runde 50iger bedeutete das Aus aus den umwerbungswichtigen Zielgruppen. Doch wenn es um Geld und Umsätze geht, zeigen sich Werbespezialisten aufgeweckt und immer auf der Suche nach neuen Zielgruppen. Marktforscher haben sich darauf spezialisiert, diese neuen Zielgruppen aufzustöbern und zu beweisen, dass es sich lohnt, diese zu umwerben. Der Kaufkraft auf der Spur wurden deshalb die schon vorhandenen 50+ler entdeckt, analysiert und mit äusserst attraktiven Eigenschaften belegt. Best Ager gelten demnach als kaufkräftig, konsumfreudig und – ganz wichtig – qualitätsbewusst. Kurzum – Best-Ager sind in den letzten Jahren für viele Firmen zu VIP-Kunden, die heftig umworben werden, mutiert.

Die Kehrseite der Medaille – Vom VIP-Kunden zum lästigen Übel

Ja, liebe 50+ler, Sie werden als VIP-Kunde behandelt, wenn Sie die richtige Tür wählen. Treten Sie durch die Tür, die in den Verkaufsraum führt, werden Sie mit Aufmerksamkeit und respektvoller Behandlung verwöhnt, denn Sie sollen ja die angebotenen Produkte kaufen. Treten Sie allerdings durch die Tür, die zum Personalchef führt, dann treffen Sie auf wenig Aufmerksamkeit  und Respekt ist Mangelware. Im Verkaufsraum ist ihr Qualitätsbewusstsein gefragt, wohingegen sich der Personalchef reichlich wenig für die Qualität Ihrer Berufserfahrung interessiert.  Aus dem  Verkaufsraum gehen Sie aufrecht und glücklich über Ihren Einkauf. Aus dem Personalbüro schleichen Sie geknickt und unglücklich, weil der Personalleiter die Stelle lieber einem 30 Jährigen als Ihnen anvertraut. Liebe 50+ler wollen Sie wirklich einerseits umworbener VIP-Kunde und andererseits als Arbeitssuchender ein eher lästiges Übel sein? Mit Sicherheit nicht, denn Sie haben Qualitäten, die unter das grosse Wort „Erfahrung“ fallen und eben diese Erfahrung lässt sich weder studieren noch kaufen, sondern nur Lebensjahr für Lebensjahr erwerben und ist somit ein Vermögen, dass Sie jedem jungen Menschen voraus haben.

Vom Worst-Ager zum Best-Ager auch bei der Jobsuche

Es ist an der Zeit, das Wort „Erfahrung“ mit neuem Leben zu erfüllen, denn es ist nicht die Schuld der Personalchefs, dass Sie die Werte hinter dem Wort „Erfahrung“ nicht erkennen und damit auch den möglichen Gewinn für Ihr Unternehmen.  Vielleicht sollten sich die Personalchefs die Kontaktdaten der Marktforscher aus Ihren Verkaufsabteilungen besorgen und sich mutig daran machen, zu untersuchen, was Erfahrung ausmacht, was diese Ihrem Unternehmen bringt und welcher Personenkreis genau diese Erfahrung mitbringt. Erfahrung richtig eingesetzt bringt Schwung in Unternehmen, sorgt für hochwertige und schnelle Ausbildung jüngerer Mitarbeiter und spart viel Geld für Fehler, die aus Unerfahrenheit resultieren. Oder einfach formuliert: genauso wie Kinder erfahrene Erziehungskräfte brauchen, braucht jeder Unternehmens- und Produktionszweig erfahrene Arbeitskräfte. Jede Wirtschaft macht Fehler, aber es ist fatal für die Wirtschaft, wenn sie nicht erkennt, dass Ihre Best-Ager Kunden auch Best-Ager für das Personalbüro sind.

Autor: Dipl. Kff. Dagmar Riefler

 

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