Ziele: Sie müssen verlockend, attraktiv, wünschenswert sein.

Der erste Schritt zum Ziel
Der erste Schritt zum Ziel
Der erste Schritt zum Ziel

Der erste Schritt zum Ziel

Warum funktioniert das mit den Zielen nicht? Bücher à la „so erreichen Sie ihre Ziele“ oder „so werden Sie garantiert erfolgreich“ gibt es tonnenweise. Auch ich habe viele davon verschlungen – als „Fachlektüre“ für meine liebste Arbeit und natürlich für mich selbst. Wer offenen Geistes durch die Bücher pflügt, findet tatsächlich viele nützliche Tipps. Und nicht nur einmal setzte bei mir nach dem Lesen der letzten Seite das großartige Gefühl „jetzt wird alles anders“ ein. Ja, ein wirklich schönes Gefühl, das leider sehr flüchtig ist.

Raus aus der Parklücke, dem Ziel entgegen

Anders wurde nichts. Wie auch? Selbst Ziele,  die ich brav 1. Eindeutig, 2. Selbst beeinflussbar und 3. Überprüfbar formulierte, erreichte ich nicht. Und das in Zeiten, in denen ich doch schon einige Kunden auf die Überholspur verhalf. Ich fühlte mich wie ein in einer Parklücke gefangener Porsche. Und das Schlimmste daran, ich selbst drückte auf die Bremse. Manchmal scheint das mit der Einsicht etwas länger zu dauern, denn es ist ja so einfach, dem Vordermann die Schuld zu geben, der etwas zu dicht aufgeparkt hat. Oder noch schlimmer, sich einzureden, dass der Parkplatz doch gar nicht so schlecht sei. Ich brauchte handfeste Beweise. Beweise, dass das, was ich vorhabe auch funktioniert. Große Beweise. Und da kommen wieder die Ziele ins Spiel.

Selbst die kleinsten Schritte bringen dich dem Ziel näher

Meinen Porsche – der in Wirklichkeit ein älteres Auto einer weniger klangvollen Marke ist – brachte ich durch mühsames und ausdauerndes Hin-und Herkurbeln aus der Parklücke. Der erste Schritt war  ein Buch. Ein ganz einfaches, kleines. Ein praktisches Fachbüchlein als praktische Hilfe für geschäftliche Telefonate. Über Monate gesammelte Papierstücke mit Ideen und Anmerkungen packte ich in über 90 kurze Tipps. Dann war das Buch fertig – und lag herum, denn meine Rechnungen stapelten sich und ich brauchte Aufträge. Die Dringlichkeit ließ mich zum Telefonhörer greifen. Beim Telefon lag mein Büchlein. Wie dort geschrieben, habe ich mir 3 Tipps ausgesucht (die einfachsten) und genau diese beim Telefonat beherzigt. Ergebnis: Termin zwei Tage später und Auftrag. Nach zwei Monaten war ich ausgebucht. 12-16 Stunden Tage, 7 Tage die Woche, atemlos, aber sehr zufrieden.

Ziel mit Emotionen füllen

Zeit für eine kleine Selbstanalyse. Warum funktioniert es jetzt? Was habe ich an meinen Zielen und Wegen geändert? Bei den Zielen ist das recht einfach: ich habe die drei oben genannten Punkte mit Gefühlen belegt. Kurzum, das mit den Zielen funktioniert erst, wenn sie  verlockend, attraktiv und wünschenswert sind. Dann nämlich ist es mit den Wegen viel einfacher, denn für ein verlockendes Ziel schramme ich mir gern das Knie auf, nehme Augenringe in Kauf und hetze dem Bus hinterher. Und ein geschafftes Ziel bringt die Augen zum Leuchten, zaubert ein Lächeln ins Gesicht und räumt viele Hindernisse auf dem Weg zum nächsten Ziel beiseite.

Warum ein Ziel, wenn mehrere Ziele locken?

Und was bei mir ganz besonders gut funktioniert hat, ist das Spiel mit mehreren Zielen. Das funktioniert tatsächlich, so widersprüchlich sich das anhören mag. Wie bei jedem Spiel sind es die Spielregeln, die dafür sorgen: Die Ziele müssen aus verschiedenen Lebensbereichen kommen. Zwei beruflich orientierte Ziele bedeuten zwei Wege und es ist schlichtweg unmöglich, gleichzeitig auf zwei verschiedenen Wegen zu spazieren. Und das ist der Schlüssel: Der Hauptweg. Dieser ist bei mir zur Zeit der berufliche Weg. Aber wie jeder Weg in der Natur auch, hat der Weg Kurven, Abzweigungen und Aussichtspunkte. Kurven sind immer unterhaltsam, denn wer weiß schon, was nach der Kurve kommt. Mir haben es die Aussichtspunkte angetan.

Eine schöne Aussicht treibt an

Denn Aussichten können so schön sein. Also sorge ich dafür, dass es auf meinem Weg immer ein paar Aussichtspunkte gibt. Dort kommen die anderen Ziele hin, die ich zwischendurch erreichen kann. Das können winzige Ziele sein, wie „am Wochenende Kuchen backen“ – leicht zu erreichen und sehr anregend für die Stimmung. Oder etwas größere Ziele wie „ein 2-Tagestrip nach Italien“ oder „ein Spaziergang am Strand“ oder „Weintrinken mit einer Freundin“….es gibt so viele, die weder das Hauptziel stören, noch in die Irre führen. Im Gegenteil. Bei mir funktioniert es und diese herrlichen kleinen Ziele halten mich bei Laune, wenn ich morgens mal wieder völlig übernächtigt auf den vollen Schreibtisch starre, denn noch ein paar Wochen schuften, weiterkommen und der nächste Aussichtspunkt „Kurztrip Italien“ ist erreicht.