Zum Glück handelt nicht jeder Mitbewerber fair!

Coaching-Wissen und Weisheiten mit einem Schuss Humor

Zugegeben, unfaire Mitbewerber mag ich nicht besonders, aber sie können durchaus nützlich sein. Denn unfaires Verhalten rückt faires Verhalten – natürlich unfreiwillig – ins Rampenlicht. Wer fair arbeitet hat auch faire Chancen!

Tipps für Führungskräfte und TeamarbeitDer Tritt gegen das Schienbein war äusserst schmerzhaft. Auch wenn meine Schienbeine sich gerade ausser Reichweite unter dem Besprechungstisch befanden. Aber es fühlte sich genauso an. Ich hätte mal auf meine Ampel hören sollen (so nenne ich meine Warnzeichen die sich frei von objektiven Werten und eigenmächtig auf grün, orange oder rot schalten), aber auch als Coach mag ich nicht immer achtsam sein und spiele mit dem Risiko. Der junge Mann ereiferte sich gerade vor versammelter Mannschaft, wie verbesserungswürdig die Webseite sei. Der selbe junge Mann, den ich mir einige Tage vorher ansehen sollte, weil er an der Mitarbeit der Webseite interessiert war. Für mich willkommen, weil besagte Webseite ein ehrenamtliches Projekt war und das liebe Ehrenamt sich zum fürchterlichen Zeitdieb entwickelt hatte. Schon beim Gespräch merkte ich, dass der junge Mann Ehrenamt mit Aquisitionspotential gleich setzte, aber feierabendlich-unkritisch gestimmt, schaltete ich meine Ampel aus.  Ein schmerzhafter Fehler, denn derselbe junge Mann drehte nun vor versammelter Unternehmer-Mannschaft richtig auf. Die arme Webseite wurde wüst und unbarmherzig in Schnippsel zerrissen. Das hatte sie nun wirklich nicht verdient, denn sie war eine schwere Geburt gewesen, bei der die unterschiedlichsten Vorstellungen vieler Vorstandsmitglieder höchstes Fingerspitzengefühl verlangt hatten.

Das Besondere an dieser Situation ist –  nichts!  Leider, denn Situationen wie diese kennt mit Sicherheit jeder von Ihnen aus ähnlicher Erfahrung. Die Tritte gegen das Schienbein können wir nicht vermeiden, aber wir können uns Schienbeinschützer anlegen oder das Schienbein ausser Reichweite bringen. Scharfe Kritik ist ein leicht zu nutzendes Aquisitions-Instrument, dass vor allem von fair-fernen Mitbewerbern gerne genutzt wird. Scharfe Kritik blitzt bedrohlich und ersticht im ersten Moment selbst die besten sachlichen Gegenargumente. Ausserdem, wenn das Schienbein schon schmerzt, kommen sachliche Gegenargumente schwer und verletzlich über die Lippen. Also das Spiel mit dem Messer – nicht ganz ungefährlich, aber wirkungsvoll:  Den scharfen, fair-fernen Kritiker machen lassen und den entscheidenden Moment abwarten. Da reicht dann eine kleine Nadel, um die Kritikblase zum Platzen zu bringen. Als der junge Mann nach etlichen Minuten des Monologes seine Schnippselarbeit zum vermeintlichen Ende geführt hatte, meinte ich: „Perfekt, dann machen wir das.“ Schritt 1: So reagieren, wie es nicht erwartet wird. Überraschung sorgt für „Ent-Deckung“. Schritt 2: Nadel kommt zum Zuge. „Wie sieht der Zeitplan für die Umsetzung der genannten Punkte aus und wieviel wird das kosten?“  Tja – ungestüme Kritik ist nicht unbedingt die Freundin sachlich kontruktiver Planung. Und Vorstandmitglieder wollen Lösungen und keine Probleme. Mein Schienbein erholte sich, auch wenn die Suche nach einem Webseitenbetreuer wieder auf meinem Schreibtisch landete.

Haben Sie Sich auch schon über unfaire Methoden von Mitbewerbern oder Kollegen geärgert? Erzählen Sie mir Ihr Erlebnis und helfen Sie mit Ihrer Erfahrung anderen Kollegen. Denn Praxis ist besser als jede Theorie und Erlebnisse sind die besten Lehrmeister. Ich freue mich auf Ihre Erlebnisse!

Wie reagieren Sie auf unfaire Mitbewerber/Kollegen?